Osteopathie

Viele haben in den letzten Jahren sicherlich etwas über die Osteopathie gehört. Oftmals wird mir jedoch die Frage gestellt, was das überhaupt ist. In den folgenden Zeilen versuche ich Ihnen meine Interpretation der Osteopathie etwas näher zu bringen.
Ein Merkmal für die osteopathische Tätigkeit ist die ganzheitliche Betrachtungsweise des menschlichen Körpers. Das Ziel ist es nicht symptomorientiert, sondern ursachenspezifisch zu behandeln. Das heißt, dass nicht nur die schmerzenden Stellen angesehen werden, sondern es unerlässlich ist, den gesamten Körper bzw. die Systeme des Menschen zu betrachten. Dazu zählen neben dem Muskel- und Bewegungsapparat ebenso das gesamte Gefäß- und Organsystem sowie das Nervensystem, die interaktiv zusammenarbeiten und nicht separiert betrachtet werden sollten bzw. können.
Somit stellen sich die Patienten oftmals die Frage: „Warum drückt der Osteopath auf den Bauch, obwohl meine Schulter schmerzt?“. Die Behandlung basiert hierbei auf der Anatomie des menschlichen Körpers. Es ist mir besonders wichtig, dass der Patient versteht wo seine Schmerzen ihren Ursprung haben könnten.
Die Osteopathie kämpft unverständlicherweise um ihre Anerkennung in der Schulmedizin. In eigenständig durchgeführten Studien und meiner Bachelorarbeit konnte ich mich von der weitreichenden Wirkung von spezifischen Techniken selber überzeugen (Einfluss der osteopathischen Behandlung des Diaphragma thorakolumbale auf die Harnblasenmobilität während des Atemzyklus).
Die Interventionen in der Osteopathie sind sehr verschieden und hängen vom Patienten und der Erkrankung ab. Bei einer guten Zusammenarbeit zwischen Patient und Osteopath stellt sich in der Regel ein Erfolg ein. Hierbei darf jedoch nicht vergessen werden, dass der Heilungsprozess vom Patienten ausgeht. Die Verantwortung für den eigenen Körper darf nicht vor der Praxistür abgegeben werden.